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Einzige noch erhaltene Podeus in Wismar


Einer Spende auf der Spur Im Juli 1997 war der weltweit einzige noch erhaltene Podeus in Wismar zu Gast und wurde auf dem Markt ausgestellt. Foto: Andreas Nielsen Wismar (OZ) - Der OZ-Artikel vom 17. Februar über ein in Wismar gefertigtes Auto der Serie „Podeus-Landaulet“ weckte bei manchen Wismarern nicht nur Erinnerungen, sondern warf auch Fragen auf. Sie hatten im Jahr 1997 Geld gespendet, damit ein 1912 in Wismar gebauter Pkw dieser Marke dem Norwegischen Technischen Museum in Oslo abgekauft und nach Wismar gebracht werden konnte. Es handelte sich um das weltweit einzige noch verbliebene Fahrzeug dieser Reihe. „Ich habe damals von Herrn Robert Häusler erfahren, dass Geld gesammelt werden soll, um den Podeus nach Wismar zu holen. Wir haben damals auch etwas gespendet, aber ich weiß nicht, was daraus geworden ist“, berichtet Elke Schmidt, die gemeinsam mit ihrem Mann Dietmar in Neukloster einen Betrieb für Kunststoffverarbeitung führt.

Dr. Wolf Karge, der damalige Leiter des Technischen Landesmuseums, und Dr. Kathrin Möller, heutige Museumschefin, hätten die Schmidts seinerzeit besucht und gefragt, ob es möglich sei, Podeus-Nachbauten zu schaffen. Karge ist sich sicher: „Die Sache wurde nicht vom Technischen Landesmuseum begleitet, sondern die Sammlung ging von der Stadt aus.“ Dr. Rosemarie Wilcken, seinerzeit Bürgermeisterin, erklärt hingegen auf OZ-Anfrage: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir als Stadt dazu aufgerufen haben.“ Sie verweist auf die Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft (WWG). Dessen damaliger Geschäftsführer Detlef Schmidt wiederum sagt: „Die WWG hat kein Geld gesammelt.“ Sie habe allerdings das Ölbild eines rumänischen Malers gekauft, der den Podeus zu Papier brachte, als dieser 1997 in Wismar war. Karlheinz Paetow, heutiger WWG-Vorsitzender, erzählt, dass der Wagen „ein halbes Jahr lang bei uns im Travag-Autohaus gestanden hat“, dessen Geschäftsstellenleiter er war. Er bringt den Namen des Norwegers ins Spiel, der Mitte der 90er-Jahre das Kontaktbüro geleitet hat, in dem Fäden zwischen Wismar und dem norwegischen Halden — beide Städte verbindet eine Kooperationsvereinbarung — zusammenliefen: Terje Nilsson. Andreas Nielsen, der als Mitarbeiter der Stadtverwaltung damals für internationale Beziehungen zuständig war, bestätigt, dass über den Norweger der Kontakt zum Osloer Museum zustande kam. Ausgangspunkt sei die Idee zu einer Oldtimerrallye gewesen, die im Juli 1997 tatsächlich in Wismar stattfand — dank des Einsatzes von Nilsson und Nielsen mit Beteiligung des Podeus. „Das Fahrzeug war 1912 als Taxi nach Norwegen geliefert worden. Es war das erste Taxi in Oslo, weshalb es für sie von großer Bedeutung ist. Man hatte es 1962 in einer Scheune wiederentdeckt. Es befand sich in einem schlechten Zustand und musste restauriert werden“, so Andreas Nielsen.

Wer 1997 in Wismar die Idee zum Kauf aufbrachte, kann er nicht mehr sagen. „Sie ist sicherlich in einem Gespräch entstanden.“ Mit seiner Beteiligung. Im April 1995 hatte er jedenfalls in einem Brief an die Bürgermeisterin den Kauf von Fahrzeugen angeregt, die in Wismar, insbesondere in der Waggonfabrik, gebaut worden waren. Die Bürgermeisterin habe ihm damals signalisiert, dass er ruhig einmal die Fühler ausstrecken könne. Und dann findet er in seinen Unterlagen eine Auskunft, die die Kämmerei der Hansestadt im März 2007 erteilt hatte, nachdem wohl damals schon einmal die Frage aufgetaucht war, was aus Spenden wurde, die zum Kauf des Podeus gedacht waren. Darin heißt es, dass die nicht mehr existierende Unternehmensgruppe IHB Wismar anlässlich eines Firmenjubiläums im Jahr 1997 um Spenden für den Ankauf des Automobils gebeten und die dadurch zusammengekommene Summe auf 50 000 D-Mark aufgerundet habe. Da wegen eines Rechtsstreits zwischen dem Norwegischen Technischen Museum in Oslo und weiterer an der Restaurierung des Pkw beteiligter Personen und Organisationen in Norwegen der Ankauf seinerzeit nicht möglich war, habe die Firma IHB mit Schreiben vom 10. Mai 1999 um Änderung des Spendenzweckes gebeten: Der Förderverein TSG Wismar sowie der FC Anker Wismar erhielten im August 1999 jeweils die Hälfte des Betrags. Zwei Vertreter des Technischen Landesmuseums fragten uns damals, ob wir Podeus-Nachbau-ten herstellen könnten.“Elke Schmidt, Mit-Inhaberin einer Firma für Kunststoffverarbeitung Ulrike Oehlers



 
 
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