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Praxislerntag wird auf sieben Schulen erweitert


Der Praxislerntag soll die Ausbildungsfähigkeit von Schülern fördern. Nach einem Jahr wurde jetzt Bilanz gezogen. Wismar Vor einem Dreivierteljahr wurde der Praxislerntag von der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft (WWG) als Projekt ins Leben gerufen, um die Ausbildungsreife der Schüler zu fördern und ihnen eine bessere Berufsorientierung zu ermöglichen. „Wir Unternehmer haben immer beklagt, dass wir nicht die richtigen Schüler für die Berufsausbildung bekommen“, erklärt Verlagsinhaberin Ines Raum, „dass sie nicht richtig schreiben, nicht richtig rechnen können. . .“

Statt nur zu meckern, hat die WWG gehandelt. Gemeinsam mit den Bildungsträgern Qualifizierungs- und Entwicklungsgesellschaft (QEG), Institut für berufliche Qualifizierung (IFBQ) und dem Verein für benachteiligte Jugendliche (VFBJ) wurde der Praxislerntag eingeführt. Unterstützt wird es durch die Arbeitsagentur und die DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement und beraten durch den Arbeitskreis Schule-Wirtschaft. Acht- und Neuntklässler aus der Integrativen Gesamtschule, der Bertolt-Brecht- und der Ostseeschule erprobten ein halbes Jahr lang wöchentlich oder alle 14 Tage im Schuljahr jeweils drei Berufsbilder. Insgesamt nahmen 86 Unternehmen aus Wismar und der Region an dem Projekt teil. Zu 85 Prozent waren es kleine Betriebe. Die Schüler selbst haben die Firmen ausgewählt, weit mehr als die 86 hatten ihre Bereitschaft zur Projektteilnahme bekundet.

Die Unternehmen stellten den Schülern eine Arbeitsaufgabe, mit der ihre Neugier und ihr Interesse geweckt werden, und die sie aufgrund ihres schulischen Wissens lösen sollten. Dabei offenbarten sich auch Wissensdefizite. Haben die Schüler die Aufgabe gelöst — motiviert und mit Erfolg — gab ihnen der Praxislerntag eine Orientierung für den Praktikumseinsatz in der 9. Klasse und den späteren Berufswunsch. Wenn sie die Arbeitsaufgabe nicht oder nur mit mäßigem Ergebnis lösen konnten, dann hat der Praxislerntag zumindest die Erkenntnis gebracht, dass der jeweilige Beruf nicht der richtige für sie ist. Eine Neuorientierung war also nötig, ein anderes Berufsbild galt es auszuprobieren.

Nach der zweiten Phase des Praxislerntages, dem Praktikum in der 9. Klasse, sollen die Schüler eine konkrete Berufs-Orientierung haben — für einen Ausbildungsberuf oder eine weitergehende Bildung. Denn auch darum geht es: die Übergangsquote in die duale Ausbildung zu erhöhen. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, schätzt QEG-Geschäftsführer Eberhard Müller ein. „Der Einsatz über einen längeren Zeitraum hat sich bewährt. Das regelmäßige Erleben prägt sich bei den Jugendlichen besser ein als wenn sie nur einmal konzentriert in einem Praktikum das Berufsbild kennen lernen.“ Sie müssen selbstständig, eigenverantwortlich lernen und werden zudem an den regionalen Arbeitsmarkt mit seinen Besonderheiten herangeführt. „Die Schüler erproben sich und überprüfen ihre Fähigkeiten“, ergänzt Frank Bollbuck vom VFBJ. Sie erhalten Einblick in die beruflichen Anforderungen und Inhalte des ersten Ausbildungsjahres.

Laut einer Umfrage unter Eltern finden 75 Prozent von ihnen das Projekt gut und zehn Prozent zum Teil gut. 47 Prozent schätzen ein, dass der Praxislerntag ihrem Kind bei der Berufsorientierung geholfen hat, 32 Prozent meinen, er hätte teilweise geholfen. Auch die Schüler sind von dem Projekt überzeugt. 29 Prozent der Teilnehmer können sich vorstellen, in dem erprobten Beruf tätig zu sein, weitere 24 Prozent könnten es sich zum Teil vorstellen. „Die Unternehmen sind durchweg zufrieden“, weiß Ines Raum zu berichten. „Sie wollen die Schüler weiterhin unterstützen.“ Im kommenden Schuljahr soll das Projekt erweitert werden. Dann wollen daran auch die Große Stadtschule „Geschwister-Scholl-Gymnasium“ in Wismar sowie die regionalen Schulen in Proseken, Rehna, Gadebusch, Mühlen Eichsen, Schlagsdorf und die Lindgren-Schule in Schwerin teilnehmen.
HAIKE WERFEL



 
 
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